Einstieg

Im Rahmen des vierten Semesters an der DIPLOMA Hochschule im Masterstudiengang Creative Direction haben wir, das Team der designhaltig Ringvorlesung, uns dazu entschlossen, die im Frühjahr 2020 organisierten Online-Vorträge sowie unsere damalige Herangehensweise an dieses Thema zu hinterfragen. Dabei herausgekommen ist ein Plakat mit den wichtigsten praktischen Erkenntnissen, das unter dieser Adresse angesehen und heruntergeladen werden kann. Zusätzlich zum Plakat haben wir für das Modul Designimpuls einen fiktiven Interview-Artikel für ein Online-Magazin geschrieben, um unsere Erkenntnisse nochmal zu reflektieren. Viel Spaß beim Lesen unserer Gedanken.



Artikel

Design und Natur. Passt das zusammen? Wo liegen Schnittmengen, Probleme und welche Chancen bietet die Verschmelzung beider Begriffe? Die designhaltig DIPLOMA Ringvorlesung | Design und Natur hat sich mit diesen Themen beschäftigt. Die vier Studierenden Doreen Albert, Franziska Baxpöhler, Julia Küster und Michael Lange der DIPLOMA Hochschule haben im Fernstudium des Masterstudiengangs Creative Direction unter Leitung der Dekanin und Studiengangsleitung Prof. Dr. Bärbel Kühne und Prof. Dr. Andreas Ken Lanig eine virtuelle Vorlesungsreihe ins Leben gerufen. Die Veranstaltungen boten einen Rahmen für ExpertInnen aus dem Bereich Design die sich auf Nachhaltigkeit und Natur spezialisiert haben. Gemeinsam mit dem designhaltig-Team sind auf diese Art im vergangenen Frühjahr fünf Online-Vorträge samt anschließenden Diskussionen entstanden, an denen sich interessierte TeilnehmerInnen beteiligen konnten. Die ReferentInnen der Vorträge orientierten sich dabei an der These „Geschmacksbildung ist ebenso wichtig wie Naturschutz?!“, angelehnt an ein Zitat von Wolfgang Sachs aus dem Jahr 1998. Die vier OrganisatorInnen im Interview über Nachhaltigkeit, Teamwork, Awards und Reflexion.

 

„Geschmacksbildung ist ebenso wichtig wie Naturschutz!?“ – was hat es damit auf sich und was wolltet ihr mit einer solch, doch recht gewagten Aussage erreichen?

Franziska: Diese These war Teil unseres Projekt-Briefings. Das heißt unsere “Auftraggeber” aka Professoren Frau Dr. Kühne und Herr Dr. Lanig haben uns diese These mit auf dem Weg gegeben um inhaltlich einen gewissen Fokus zu setzen. Wir als Projektgruppe sind für die konkrete Interpretation und Ausgestaltung der These zuständig gewesen. Das heißt wir entwickeln eine eigene Haltung dazu und kuratierten die gesamte Veranstaltung unter dieser Prämisse. Die Aussage auch in aller Öffentlichkeit so zu kommunizieren, soll den geneigten Interessenten natürlich etwas provozieren und eben neugierig auf das Format machen. Das Thema Umwelt und Natur ist gerade trotz Corona weiterhin brandaktuell, die These stammt allerdings aus den 90er Jahren, was es für die ReferentInnen umso spannender machte, sich damit auseinanderzusetzen. Beziehungsweise wurde genau dieser Aspekt in den Vorträgen auch immer sehr unterschiedlich aufgegriffen. Sowohl als vortragende, als auch teilnehmende Person sollte man dies hinterfragen.

 

Ihr sprecht von einer eigenen Haltung zu dieser These. Wie sieht das konkret bei solch einem Gruppenprojekt mit unterschiedlichen beruflichen wie privaten Hintergründen aus?

Doreen: Die Bedeutung einer solchen These und die Arbeit mit ihr wird erst verdeutlicht, indem sie aktiv in Diskussionen eingebunden wird. Wir als DesignerInnen haben die Fähigkeiten und Möglichkeiten, eine nachhaltigere Welt zu gestalten und Nachhaltigkeit besser zu kommunizieren. Deshalb sollten wir Design und Nachhaltigkeit nicht als zwei voneinander getrennte Dinge betrachten, sondern als ein Zusammenspiel mit hohem Potenzial.

Franziska: Designer stehen immer mehr in der Pflicht, Verantwortung im Bezug auf Nachhaltigkeit zu übernehmen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, ein Bewusstsein für Design und Natur zu schaffen. Design und Nachhaltigkeit müssen so als Zusammenspiel betrachtet werden, und nicht als zwei voneinander unabhängige Aufgaben. So ist es nicht nur wichtig nachhaltig zu gestalten, sondern auch die Thematik zu kommunizieren, Mut zu machen und Denkweisen zu verändern.

Julia: Gestaltung und Design spielen für mich schon immer eine wichtige Rolle. Doch eins fehlte bisher: Der Bezug zur Nachhaltigkeit und Natur. Nachhaltigkeit hatte bisher für mich keine größere Bedeutung in Bezug auf meinen Beruf. Natürlich versucht man sich privat mehr und mehr auf das Thema einzulassen, aber im Beruf ist es eine große Herausforderung, schließlich müssen alle an einem Strang ziehen, damit es gelingt. Nach den erfolgreichen Vorträgen jedoch sieht man, welchen positiven Einfluss man nehmen kann.

Michael: Für mich persönlich ist die uns mit auf den Weg gegebene These in erster Hinsicht eine Rahmenbedingung oder auch Leitplanke. Sie ist Teil des Projekt-Briefings und wird uns daher konsequent begleiten. An ihr wurden wir auch auf die ein oder andere Weise bewertet. Inhaltlich ging ich da möglichst unvoreingenommen ans Werk. Die Formulierung sollte provozieren und das macht visuelle Kommunikation sehr häufig. Es gilt dabei sich nicht blind auf eine Seite zu schlagen: Geschmacksbildung oder Naturschutz. Nein, man muss diese Aussage im Kontext betrachten und möglicherweise auch den Kontext selbst setzen und verändern.

 

Marketing-Köpfe sprechen seit Jahren davon, mit Geschichten zu erzählen und so Alleinstellungsmerkmale zu schaffen. Wie hebt sich designhaltig von dem bestehenden Angeboten in der Weiterbildung ab?

Julia: Die Ringvorlesung lebte von Inhalten, die durch die ReferentInnen an die ZuhörerInnen weitergegeben wurden. Das Storytelling spielte hierbei eine wichtige und prägnante Rolle. Die unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte der ReferentInnen, die Vorerfahrung mit derartigen Vorträgen und auch die Vortragsweise bestimmten hier, inwiefern Storytelling zum Einsatz kam. Nachhaltigkeit als thematischer Schwerpunkt der Ringvorlesung wird so aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und an die ZuhörerInnen weitergegeben. Das macht die Ringvorlesung so einzigartig und das Format für den thematischen Schwerpunkt zwischen Design und Natur zielführend. Auch das Team vertritt verschiedene Grade der Auseinandersetzung mit nachhaltigen Themen. Wo das eine Teammitglied gedanklich sehr weit im Umgang mit Nachhaltigkeit ist, fehlen bei einem anderen bisher die Rückschlüsse auf den eigenen Alltag. Dies spiegelt sich in der Vorbereitung und Konzeption der Ringvorlesung wieder. Für die ZuhörerInnen nimmt das den Druck heraus: Jede/r ist willkommen, auch ohne Vorkenntnisse bietet sich eine Plattform zur Diskussion. Das Zusammenspiel des Storytellings sowohl innerhalb, als auch in Vorbereitung der Ringvorlesungen selbst ergeben ein auf sich abgestimmtes Bild, das geprägt ist durch diverse Sichtweisen und Herangehensweisen an die Thematik Design und Natur.

 

In diesem Kontext wird auch oft auf die gesellschaftliche Rolle von DesignerInnen verwiesen. Wie seht ihr als junge Generation von GestalterInnen diese Verantwortung?

Michael: Die Thematik Nachhaltigkeit bedarf einer tiefen „Verpflanzung“ in die Köpfe der Gesellschaft. Durch den Tiefgang und die Verwurzelung wird etwas zur Selbstverständlichkeit und irgendwann zur Normalität. Umweltschutz, das Zusammenspiel des Menschen mit der Natur – wie könnten diese Dinge im Alltag einen Platz finden? Wie können diese Themen verstärkt, unterstrichen und noch weiter erläutert werden? Woher nimmt der Mensch in der Gesellschaft eigentlich seine Informationen? designhaltig möchte einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, indem genau diese Fragen „am Schopf“ ergriffen werden. Hierzu sollen genau die Menschen gefunden und erreicht werden, die die Gesellschaft „formen“ können, indem sie selbst Formgeber werden. Die Rede ist von Designern. Die Gestalter und Formgeber aus allen Bereichen des Designs – Produkt-, Kommunikations- oder alle anderen Formen des Designs. Sie geben den Ton an und geben der Gesellschaft eine Grundlage, auf der sie sich selbst weiter aufbauen kann. So werden nach und nach Formen, Farben und Abläufe zur Normalität – sie werden zu einem Grundbaustein in unserem täglichen Umfeld. Designer sind die Zukunft und tragen eine große Verantwortung für die Natur und deren Schutz.

Franziska: Durch die Ringvorlesung ist es gelungen, die Themen Design und Natur zu platzieren und ihnen Raum für Diskussion und Austausch zu geben. Das Ziel war es, zu Denkanstößen anzuregen und somit den Zuhörern Mut zu machen. Die Vorträge in den Ringvorlesungen haben gezeigt, dass kleine nachhaltige Veränderungen im privaten und beruflichen Umfeld große Wirkungen erzeugen können. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man ein Bewusstsein in der Gesellschaft dafür schafft, die richtigen Fragen zu stellen und daraus auch die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das dabei viele Möglichkeiten und Chancen in der Designbranche liegen, haben die Vorträge verdeutlicht.

 

Welchen Mehrwert habt Ihr schlussendlich für Studierende, Lehrende oder auch Design-Interessierte geliefert?

Doreen: Im Endeffekt geht es für mich persönlich darum, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und andere Perspektiven auf die Welt beziehungsweise hier konkret auf das Umfeld Design und Nachhaltigkeit zu erlangen. Wenn man offen für neue Ideen ist, kommt man auch im eigenen Schaffen weiter. Es geht also viel darum, andere Leute zu inspirieren. Was also designhaltig bewirken möchte, ist Menschen der Designbranche zu ermutigen, aufzuklären und zu befähigen mit ihrem Schaffen einen positiven Einfluss auf die Natur, die Umwelt und die Gesellschaft zu nehmen. Dabei ist egal ob Produkt- oder Kommunikationsdesign, Anfänger oder Expertin, Agentur oder Selbstständigkeit. Mit dem richtigen Wissen, Tools und Motivation können Designschaffende einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Dieses Wissen, die Tools und die Motivation möchten wir vermitteln, aufzeigen und fördern, denn den Wandel und das Umdenken, welches unser Planet und unsere Gesellschaft braucht, fängt bei uns Menschen an. Bei jeder/m einzelnen von uns.

 

Mit dieser Vision habt Ihr euch auch für den deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Design beworben. Wie waren eure Erfahrungen damit?

Julia: Nach dem Abschluss der Ringvorlesungen sind wir eher zufällig über die Ausschreibung gestoßen und haben die Intention unseres Vorhaben aber auch direkt dort wiederentdecken können. Daher fiel die Entscheidung sehr leicht es einfach mal zu versuchen. Der Umfang an notwendigen Unterlagen für die Bewerbung hat uns dann aber doch auch überrascht. Nach Abschluss des Semesters hatte man das Gefühl direkt im Anschluss nochmal eine Hausarbeit abgeben zu müssen.

 

In der Liste der diesjährigen Nominierten fehlt ihr aber. Was lief da schief?

Franziska: Aufgrund der guten Resonanz der ReferentInnen und ZuhörerInnen, war es der Plan designhaltig auf die ein oder andere Art weiterzuführen. Inwiefern sich das Projekt weiterentwickeln sollte, war zu dem Zeitpunkt aber noch nicht konkret festgelegt, sondern befand sich noch in der Diskussion mit allen Beteiligten. Diesen Umstand haben wir auch in der Bewerbung klar kommuniziert, sodass der Jury möglicherweise die weitere Vision etwas gefehlt hat. In der Liste an Nominierten vermissen wir auf jeden Fall ein Format oder Produkt das sich mit dem wichtigen Thema nachhaltige Weiterbildung im Designbereich beschäftigt.

 

Seit der Bewerbungsphase ist ja mittlerweile etwas Zeit vergangen. Welchen Fokus habt ihr schlussendlich für die Fortführung des Projekts gewählt?

Michael: Uns ging es im Anschluss viel um Reflexion. Wir haben uns, unsere Herangehensweise und auch unser Wirken hinterfragt und transparent aufgearbeitet. Dazu sind wir auf die verschiedenen Akteure nochmals zugegangen um ausführliches Feedback zu erhalten. Mit den ReferentInnen sind wir nochmals ins Gespräch gegangen, um auch mehr darüber zu erfahren, wie sich der Designbereich zum Thema Nachhaltigkeit weiterentwickeln muss, und wie das gelingen kann. Das Publikum haben wir erneut angesprochen mit dem Ziel, herauszufinden wie viele inhaltliche Impulse “hängen geblieben” sind. Die Rückmeldungen dazu waren sehr positiv, sodass wir sicher sein können, dass das Format funktioniert und wir einen Impact beim Publikum erreicht haben. All unsere Erkenntnisse haben wir schlussendlich ganz klassisch auf einem Plakat untergebracht, welches auch für die Wand am eigenen Schreibtisch heruntergeladen und gedruckt werden kann.

 

Was sind eure Lehren aus dem Projekt, oder anders gefragt: Wie nachhaltig war designhaltig?

Doreen: Dies können wir aus mehreren Perspektiven beantworten. Auf der einen Seite ging es uns darum, zu erfahren wie verträglich unsere eingesetzten Tools für die Umwelt sind und welche Alternativen es möglicherweise gegeben hätte. Unter den unterschiedlichen Gesichtspunkten wie beispielsweise der Energiebedarf, die Quelle des bezogenen Stroms, der Einsatz von CO2-Kompensation, oder auch die absolute Notwendigkeit des Tools haben wir schlussendlich beleuchtet. Das Ergebnis: Da war noch reichlich Luft nach oben. Wir hatten die Tools vornehmlich nach unserem privaten, komfortablen Einsatz gewählt, aber nicht nach nachhaltigen Gesichtspunkten. An dieser Stelle könnten wir in Zukunft auf jeden Fall optimieren, da wir eigentlich zu jedem Tool eine nachhaltigere Alternative ohne Funktionseinbußen gefunden haben. Zusätzlich haben wir untersucht, inwiefern die Inhalte unser Publikum auch langfristig begleiten und einen nachhaltigen Impuls ausgelöst haben. Die Rückmeldung aus unseren Interviews und Gesprächen verlief dabei sehr positiv. Wir haben von einigen Beispielen erfahren, wo sich konkrete Inhalte aus der Ringvorlesung positiv auf die Arbeit oder das Privatleben der ZuhörerInnen übertragen haben lassen und auch hier ein Schritt in die richtige Richtung unternommen werden konnte. Zusätzlich haben wir unsere Lehren auch nochmal für andere DesignerInnen aufbereitet um ihnen Tipps und Tricks für die Organisation einer Vortragsreihe, als auch Hinweise für nachhaltige Gestaltung an die Hand zu geben. Diese Aufbereitung bieten wir bewusst kostenfrei und öffentlich an, damit möglichst viele Personen davon profitieren können.

 

Oft wird der Erfolg solcher Formate auf Zahlen reduziert. Wie stand es um die Reichweite während des Veranstaltungszeitraumes?

Julia: Natürlich sollte die designhaltig Ringvorlesung möglichst viele Menschen ansprechen. Aus diesem Grund haben wir uns vorgenommen, eine möglichst große Reichweite zu entwickeln, indem wir unterschiedliche Marketingkanäle bespielen und Maßnahmen umsetzen. Die Reichweite ließ sich im Nachhinein dann anhand einiger Kennzahlen und den Insights der verschiedenen Plattformen messen. Die Vorlesungen haben allesamt einen guten Zuhörerschnitt auf Adobe Connect erreicht, allerdings ließ die Zuschauerzahl auf YouTube etwas zu wünschen übrig. Jedoch war so die Beteiligung innerhalb Diskussionsrunde angeregter und einfacher zu managen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir zufrieden mit der Teilnahme und Reichweite der Ringvorlesung waren.

 

Wie werdet ihr im Rahmen eurer täglichen Gestaltungsarbeit künftig mehr auf Nachhaltigkeit achten?

Doreen: Man sieht die Welt jetzt auf jeden Fall nochmal mit anderen Augen. Man hinterfragt nochmal einmal mehr, ob die anstehende Entscheidung verantwortungsvoll und nachhaltig ist. Wichtig ist es für uns auf jeden Fall, das man ein Bewusstsein dafür schafft, die richtigen Fragen zu stellen und daraus auch die vermeintlich richtigen Schlüsse zu ziehen. Was das bedeutet kann dann aber wiederum sehr individuell sein. Sei es z.B. mit Entscheidungen welche Materialien ich in meinen Projekten verwende oder welche Kunden aus welchen Branchen akquiriert werden.

 

Wie steht es um die zukünftige Entwicklung von designhaltig?

Michael: Frei nach dem Zitat welches oft Arleen Lorrance zugeordnet wird, hieß es bisher für uns: “Be the Change You Wish To See in the World”. Der folgerichtig nächste Schritt für die Marke designhaltig wäre es daher den Mikrokosmos der Hochschulen etwas zu verlassen und sich am Markt als soziales, nachhaltiges Angebot zu positionieren. Dazu benötigt es die Ausarbeitung eines Geschäftsmodells, in dem sich die Tugenden der Ringvorlesungen wiederfinden und eine zentrale Informationsquelle für GestalterInnen geschaffen werden kann. Das Spektrum könnte dabei von News für DesignerInnen, über die Vermittlung von Community-Projekten bis hin zu nachhaltiger Beratung und Austausch reichen und ist damit noch längst nicht ausgeschöpft. Aus unseren Gesprächen mit den ReferentInnen und Teilnehmenden lässt sich eindeutig festhalten, dass der Bedarf dafür vorhanden wäre.

 

Eine letzte Frage. Welches Fazit zieht ihr aus dem Jahr in dem Ihr Euch intensiv mit diesem Projekt auseinandergesetzt habt?

Doreen: Von der Planung, über die Vorträge bis hin zur Erstellung des zusammenfassenden Plakates, für das Projekt der designhaltig Ringvorlesung, war die Projektarbeit sehr vielschichtig und umfangreich. In diesem Falle kann ich sagen, dass die bekannte Aussage „Vorbereitung ist alles“ durchaus zutreffend ist. Es gibt immer wieder Projekte, bei denen sich vor allem spontane Einfälle lohnen und am Ende alles erst in letzter Sekunde fertig gestellt und trotzdem gut ist. Bei der Ringvorlesung gab es für uns Organisatoren aber gleich mehrere große Unbekannte, die trotzdem essentiell für den Erfolg der Veranstaltungen waren. Darunter zähle ich an erster Stelle die Auswahl und Themen der ReferentInnen, die zeitliche Taktung als auch die Interaktion des Publikums. Was aber ein richtiges „Teamwork“ daraus machte, waren vor allem die Motivation, der Spaß an dem Projekt und auch das Verständnis, welches wir uns untereinander entgegen brachten. So konnten wir uns gegenseitig darauf verlassen, dass jeder mit vollem Einsatz mitarbeitet, aber auch Aufgaben aufgefangen würden, wenn beruflich oder privat bei jemandem etwas dazwischen kam.

Franziska: Die Veranstaltungen waren durch die anschließende Diskussion an den Vortrag sehr belebend. Wir hatten meistens zwischen 30 bis 50 ZuhörerInnen. Einige schalteten sich mit Kamera und Ton für die Diskussion dazu, und so entstand ein sehr spannender Austausch zwischen ReferentInnen, ZuhörerInnen und DozentInnen. Hier konnte eigene Meinungen, Erfahrungen und Anmerkungen mit eingebracht werden und Fragen an den ReferentInnen gestellt werden. Meine Erwartungen an die Vorträge und das gesamte Projekt der Ringvorlesung haben sich voll und ganz erfüllt. Sie haben mir gezeigt, dass jeder dazu in der Lage ist, seine Umgebung und die damit verbundene Natur positiv zu beeinflussen. Gerade wir als Designer, haben die Möglichkeiten, Dinge zu verändern und etwas zu erreichen.

Julia: Die Teamarbeit innerhalb einer Vierergruppe für ein so großes Projekt stellt sich als besondere Herausforderung heraus. Doch durch die Abhängigkeit voneinander entfalten sich auch neue Möglichkeiten für jeden Einzelnen und der Druck wächst, Aufgaben sehr gut zu erledigen, damit alle Gruppenmitglieder mit dem Ergebnis zufrieden sind. Auch die einzelnen Teammitglieder haben mitgezogen und keiner hat sich durch andere Teammitglieder ziehen lassen. Die Aufgaben waren immer klar und deutlich verteilt und wurden auch immer pünktlich ausgeführt. Wenn etwas in Verzug geraten ist, dann wurde direkt klar und deutlich darüber kommuniziert und es wurden neue Lösungen gefunden. Ein Team, dass sich auf jeden verlassen kann. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit der Ringvorlesung, der Teamarbeit und der gesamten Projektübersicht an sich. Meine eigene Haltung zu der These und auch zum Thema Nachhaltigkeit und Design haben sich durch die Vorträge durchaus verändert. Ich möchte in Zukunft mehr auf diese Themen während meiner Arbeit achten und habe verstanden, dass es nicht nur auf das große Ganze ankommt, sondern dass auch kleine Schritte uns und die Umwelt in eine bessere Richtung bringen.

Michael: Beruflich wie privat ist Reflexion für mich ein wichtiges Tool um sich und sein direktes Umfeld ständig auf den Prüfstand zu stellen und zu verbessern. Gerade weil sich die Projektgruppe auch in der Vergangenheit dafür ausgesprochen hat, im folgenden Semester erneut unter dem Namen designhaltig zusammen zu arbeiten, kann man aus diesem Projekt viel lernen und in einer ähnlichen Situation neu anwenden. Allein, das sich die Gruppe erneut zusammengefunden hat um wieder zusammenzuarbeiten, zeugt schon von einem positiven, erfolgreichen Stimmungsbild innerhalb der Gruppe. Bezüglich der Veranstaltungen überwiegt ebenfalls ein positives Gefühl. Die Kommunikation mit den Vortragenden verlief reibungslos und auch die Technik war im Großen und Ganzen zuverlässig. An soweit alle Faktoren in unserem Einflussbereich hatten wir gedacht und gemeinsam Entscheidungen getroffen, basierend auf der jeweiligen Expertise des Einzelnen.